Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank an alle diejenigen, die bereits Projektvorschläge und Kalkulationen für das Carl-Orff-Jahr 2020 eingereicht haben! Allen anderen Interessierten sei hiermit nochmals in Erinnerung gerufen, dass sie weiterhin herzlich eingeladen sind, sich an dem vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wie auch von der Carl-Orff-Stiftung unterstützten Orff-Jahr in Bayern mit Veranstaltungen zu beteiligen. Im Folgenden wird versucht, nähere Informationen zu liefern und auf die wichtigsten Fragen, die bislang gestellt wurden, Antworten zu geben.

TERMINE
Um eine klare Übersicht zu erhalten und die Projekte koordinieren zu können, bitten wir Sie, dem Orff-Zentrum München eine Projektskizze (Stichworte genügen) bis spätestens 06.05.2019, ein ausführliches und aussagekräftiges Exposé samt (Konzert-)Programm und vorläufigem Finanzierungsplan (Aufstellung der voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen samt kommunaler Förderung(en) und der Höhe des beantragten Zuschusses) sowie Angaben zur Zielgruppe und zum geplanten Marketing bis spätestens 17.06.2019 zukommen zu lassen. Noch vor der Sommerpause (voraussichtlich bis Mitte Juli) wird im Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst entschieden, welche Projekte hinsichtlich einer möglichen Förderung über den Kulturfonds Bayern weiterverfolgt werden können.

Die Anträge werden vom Orff-Zentrum München geprüft und anschließend mit einer fachlichen Expertise an Sie zurückgesandt. Sofern Sie eine Förderung aus dem Kulturfonds Bayern wünschen, muss der Antrag (samt Kosten- und Finanzierungsplan, aussagekräftiger Projektbeschreibung und der Expertise des Orff-Zentrums) dann von Ihnen allerspätestens bis zum 1. Oktober 2019 bei der zuständigen Bezirksregierung eingereicht werden. Bitte beachten Sie, dass mit dem Projekt noch nicht begonnen werden darf, d.h. keine Verträge geschlossen, Konzertsäle oder Künstler gebucht werden dürfen. In dringenden Fällen besteht allerdings jederzeit die Möglichkeit, bei der zuständigen Bezirksregierung den Kulturfonds-Antrag bereits früher einzureichen und die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn zu beantragen (die fachliche Expertise des Orff-Zentrums kann gegebenenfalls nachgereicht werden). Erst wenn Sie diese Zustimmung in Händen haben, darf mit dem Projekt förderunschädlich begonnen werden, andernfalls gefährden Sie einen eventuellen Staatszuschuss (Förderhindernis).

Bitte beachten Sie, dass mit einer verbindlichen Förderentscheidung bei Fördersummen bis zu 25.000 € erst im April 2020 und bei Fördersummen über 25.000 € im Juni 2020 zu rechnen ist.

INHALTLICHES PROFIL
Carl Orff ist einem breiten Publikum hauptsächlich durch die „Carmina Burana“ und das „Schulwerk“ bekannt. Die zentrale Aufgabe des Gedenkjahrs ist es daher, gerade die weniger häufig gespielten Werke zur Aufführung zu bringen. Eine ebenso wichtige Aufgabe ist es, zu zeigen, welche Bedeutung Carl Orff und seine Musik für unsere Gegenwart haben. Deshalb sollen vorrangig Projekte gefördert werden, die eines (oder mehrere) der folgenden Profile haben:

(1) Musiktheater: Aufführung von Orffs Werken unter Einbeziehung aktueller Theater- und Regiekonzepte. Orff selbst arbeitete stets bevorzugt mit den progressivsten Theatermachern seiner Zeit zusammen und forderte bewusst deren Fantasie und Kreativität heraus. Vor allem seine späten Bühnenwerke thematisieren die Tragik und Ambivalenz menschlichen Seins („Antigonae“, „Oedipus“), den Kampf zwischen Macht und Geist („Prometheus“, „Antigonae“) sowie die Frage nach dem Bösen und das Ende der Menschheit („De temporum fine comoedia“) – Visionen angesichts der Bedrohung durch Machtgier, Ausbeutung der Natur, Atombombe oder Klimakatastrophe.
(2) Orffs Musik in Verbindung mit heutiger Musik, z. B. Hip-Hop und Rap, die Orffs zukunftsträchtige Verbindung von Sprache, Klang, Bewegung und Tanz mittels Rhythmus neu erlebbar machen.
(3) Veranstaltungen im Bereich Musiktheater und Performance, die sich ausgehend von Carl Orff mit „archaischen“ Kulturformen beschäftigen, z. B. mit der Antike, dem Mittelalter, dem japanischen Theater, mit Märchen der Welt, der traditionellen bayerischen Kultur etc.
(4) Bedeutung des Schlagzeugs und einer elementaren Rhythmik: Konzerte mit Percussion, die Orffs Komponieren in Bezug zu unserer heutigen Zeit setzen.
(5) Konzerte mit Werken Carl Orffs in Verbindung mit Kompositionsaufträgen an (junge) Komponisten der Gegenwart („inspiriert“ durch Orff).
(6) Weltmusik: Ausgehend von Orffs eingehender Beschäftigung mit afrikanischer, asiatischer und indonesischer Musik und der Verwendung originaler, autochthoner Instrumente der gesamten Welt Konzerte mit außereuropäischer Musik.
(7) Elementares Musizieren für Menschen aller Altersstufen: Veranstaltungen zum „Schulwerk“ für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren einschließlich Musiktherapie und Inklusionsprojekten mit Musik und Tanz.

SONDERFALL „CARMINA BURANA“
„Carmina Burana“ sind Carl Orffs beliebteste Komposition und das meistaufgeführte Chor- Orchesterwerk des 20. Jahrhunderts. So liegt es auf der Hand, dass Produktionen der „Carmina Burana“ allein grundsätzlich nicht gefördert werden können. Gefördert werden kann aber ein anderes Orff-Werk in Verbindung mit „Carmina Burana“, vorzugsweise der gesamte Zyklus der „Trionfi“ („Carmina Burana“, „Catulli Carmina“, „Trionfo di Afrodite“). Aufführungen dieses abendfüllenden Zyklus in genau dieser Reihenfolge entsprechen dem erklärten Willen des Komponisten. Seit 1953 erwiesen sich szenische Realisierungen der „Trionfi“ stets als großer Publikumserfolg.
Weitere sinnvolle und vom Komponisten autorisierte Koppelungen von an sich nicht abendfüllenden Bühnenwerken sind:
– der Zyklus der „Lamenti“ („Klage der Ariadne“, „Orpheus“, „Tanz der Spröden“)
– „Der Mond“ und „Die Kluge“
– das „Diptychon“: „Ludus de nato Infante mirificus“ und „Comoedia de Christi Resurrectione“.

WERKVERZEICHNIS UND BÜHNENWERKFÜHRER
Zur näheren Information über Carl Orffs Werke folgen Sie bitte den nachstehenden Links: Werkverzeichnis / Bühnenwerkführer.

PROJEKTFÖRDERUNG ZUM CARL-ORFF-JAHR 2020
Zum Carl-Orff-Jahr 2020 wird der Freistaat Bayern über den Kulturfonds Bayern Projekte fördern. Die Kulturfonds-Förderung (in der Regel 30% der förderungsfähigen Gesamtkosten) betrifft Konzerte, Musiktheater-Produktionen und Sonderausstellungen nichtstaatlicher Museen. Das Förderverbot für Veranstaltungen in München und Nürnberg wurde ausnahmsweise außer Kraft gesetzt; staatliche Einrichtungen sind allerdings von einer Förderung durch den Kulturfonds ausgeschlossen. Darüber hinaus jedoch wird auch die Carl-Orff-Stiftung im Rahmen ihrer Möglichkeiten Projekte unterstützen. Inhaltlich sollten die geförderten Projekte insbesondere die oben genannten Bezüge zwischen dem Werk Orffs und unserer Zeit bewusst machen.
Für Bildungsprojekte gilt ein abweichendes Kulturfonds- und Antragsverfahren. Antragsfrist für Projekte des Schuljahrs 2020/21 (Durchführungszeitraum also ab dem 2. Halbjahr 2020) ist der 01.03.2020, ebenfalls bei der zuständigen Bezirksregierung. Fördervoraussetzung wäre dabei die aktive Einbindung der Kinder und Jugendlichen. Beim Bildungs-Kulturfonds liegt der Fördersatz bei bis zu 50% der zuwendungsfähigen Kosten; zuständig dafür ist das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus.
Informationen zum Kulturfonds Bayern und zum (gesondert laufenden) Bildungs-Kulturfonds (für Projekte der kulturellen Bildung, bei denen nicht die Präsentation von Kunst und Kultur im Vordergrund steht, sondern die aktive Einbindung, verbunden mit nachhaltigem Lernerfolg) finden Sie hier.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Zum Carl-Orff-Jahr 2020 erscheint ein Kalendarium, das zunächst auf einem bereits neu eingerichteten, noch kennwortgeschützten Internetauftritt (www.orffjahr2020.bayern.de, Kennwort: co9582) und zu einem späteren Zeitpunkt als gedruckte Broschüre veröffentlicht wird. Die Broschüre stellen wir Ihnen in ausreichender Zahl zur Werbung für Ihre Veranstaltung zur Verfügung. Bitte schicken Sie uns bis spätestens 02.09.2019 die folgenden verbindlichen Angaben: Termin, Veranstaltungsort, Programm (aufgeführte Werke), Solisten, Ensemble, Dirigent, Choreograf, Regisseur etc. (jeweils auch mit Fotos und Copyright-Angaben). Bitte teilen Sie uns zu diesem Zeitpunkt auch mit, wie viele Broschüren Sie für Ihre PR-Arbeit benötigen.
Das Logo zum Carl-Orff-Jahr-2020 wurde bereits erstellt. Bei geförderten Projekten muss dieses Logo auf Konzertprogramme, Plakate etc. angebracht werden.

Auf Ihre Vorschläge für Projekte zum Carl-Orff-Jahr 2020 sind wir schon sehr gespannt und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Gerne berät Sie das Orff-Zentrum München bei inhaltlichen Fragen zu Leben und Werk von Carl Orff und unterstützt Sie bei der Vermittlung von Orffs Musik an das Publikum.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Rösch
Direktor Orff-Zentrum München

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